Farm Aid 2010 (Milwaukee)

admin —  February 4, 2012 — 1 Comment

Zwischen seinen Songs ließ er Tiraden über Fabrikfarmen los und wagte die Schätzung, dass in den vergangenen 25 Jahren Tausende „Family Farmers“ [Landwirtschaftsbetriebe im Familienbesitz] von Fabriken verdrängt wurden. “Noch haben wir alle Hoffnung” sagte er. “Deshalb sind wir hier. Wir dürfen nie aufgeben. Nie. Nie. Nie. Auf diese Weise kann ich mich jedes Jahr wieder neu über diese Situation aufregen.” Young beendete seinen Set passenderweise mit einem Songjuwel aus den Siebziger Jahren, “Homegrown”, und die restlichen Vorstandsmitglieder von Farm Aid, John Mellencamp und Dave Matthews, sowie Farm Aid Präsident Willie Nelson, unterstützten ihn dabei. Es war der ultimative All-Star-Jam des Abends, und sogar Jeff Tweedy, der bereits zuvor aufgetreten war und den Rest der Show mit seiner Familie von den Mannschaftsbänken aus mitverfolgte, ließ es sich nicht nehmen, mitzusingen. Nur eine Überraschung war noch größer: Als Steven Tyler, der Frontmann der Band Aerosmith, zu Willie auf die Bühne kam und “One Time Too Many” und “Once is Enough” mit ihm sang.
Farm Aid 25 Fotos: Willie Nelson, John Mellencamp, Dave Matthews, Neil Young, Steven Tyler und andere [3]

Das Farm Aid Kleeblatt – Willie, Neil Young, John Mellencamp und Dave Matthews – wurde von zwölf weiteren Entertainern unterstützt. Unter ihnen auch Willie’s Sohn Lukas, der mit seiner Band “The Promise of the Real” barfuß auf der Bühne ordentlich abrockte. “Ich habe immer Angst, dass er sich ein Bein bricht, wenn er so rumhüpft,” meinte sein Vater später beim Rolling Stone Interview in seinem Bus. “Band of Horses” spielten Songs von ihrem neuesten Album, Infinite Arms. “Ich kann mich daran erinnern, als ich das erste Farm Aid Konzert im Fernsehen gesehen habe,” meinte der Frontmann von Band of Horses, Ben Bridwell. “Damals war ich sieben Jahre alt.” Bridwell und Willie Nelson spielten den Song “Mama, Don’t Let Your Babies Grow Up To Be Cowboys” zusammen auf Maui/Hawaii in 2009. “Ich wusste von Farm Aid, bevor ich Farben unterscheiden oder Grundrechnen konnte” meinte Bridwell. “Ich werde diesen Tag niemals vergessen.”
Fotos: Die erste Reihe bei den heißesten Live-Shows [4]

Viele Künstler spielten mit minimaler Begleitung. Jamey Johnson, der zurzeit die Country-Szene ordentlich aufmischt, spielte den Klassiker “I Saw The Light” solo auf seiner Akustik-Gitarre. Wegen der schlechten Wetterverhältnisse (es waren weniger als zehn Grad, der Himmel war stark bewölkt und es herrschte Dauerregen) schlossen die Veranstalter die ausziehbare Kuppel über dem Stadium. Aber irgendwann lugte dann doch die Sonne durch die Fenster, als Jeff Tweedy auf die Bühne kam. Mit seiner Akustik-Gitarre und einer Mundharmonika spielte er “Out of Tune”, “I’ll Go” und “I’m The Man Who Loves You” – letzteren Song widmete er seiner Frau, Sue Miller. Dave Matthews spielte eine halbe Stunde und wurde von dem Gitarristen Tim Reynold begleitet. Die meisten seiner Songs stammten von seinem Solo-Album Some Devil (2003), sowie einige Dave Matthews Band Jams wie “Don’t Drink The Water”. Willie Nelson sang mit ihm den schwermütigen Song “Gravedigger” [Totengräber].
Vermischtes: Hot Rock Pics [5]

Norah Jones war die einzige Frau, die mit von der Partie war, und sie wurde begeistert begrüßt. Sie spielte abwechselnd Gitarre und Klavier, und wie auch beim Bridge School Benefizkonzert im vergangenen Jahr borgte sie sich Neil Youngs Klavier. Jones spielte mit einem Bassisten und der Sängerin/Gitarrenspielerin Sasha Dobson, und die drei nannten sich scherzhaft die „Rams“, da sie alle 1979 im Sternzeichen des Widders geboren wurden. Sie zogen locker die Lieder “Come Away With Me”, den Johnny Cash Song “Cry, Cry, Cry” und “How Many Times Have You Broken My Heart” (der Text stammt von Hank Williams) durch, als Nelson in der Mitte ihres Sets mit einem Golfcart auf die Bühne kam und mit Jones “Lonestar” sang. “Wir stammen beide aus Texas”, klärte Jones das Publikum auf. Und dann fügte sie noch hinzu, dass sie sich voriges Jahr zu Halloween als Farmer verkleidet hatte. Jones gesellte sich später zu Tweedy auf die Mannschaftsbank und feierte den Tag mit einem Bio-Hot Dog.

“Wenn es keine Family Farmers mehr gibt, dann ist es auch mit Amerika vorbei,” meinte John Mellencamp, bevor er mit Leidenschaft seine Standardsongs “Pink Houses”, “Take Some Time To Dream” und “Scarecrow” zum Besten gab. “Scarecrow” sang er übrigens auch schon bei dem allerersten Farm Aid Konzert, das in 1985 in Illinois stattfand. Bevor er zu seinem Set auf die Bühne kam, saß Mellencamp in seinem Airstream-Wohnwagen, rauchte “American Spirits”-Zigaretten, und schwelgte in Erinnerungen über das erste Farm Aid Konzert. “Ich weiß noch, wie Bob Dylan und Tom Petty zusammen auf der Treppe saßen und Zigaretten rauchten,” meinte er mit einem Lächeln. Auch nach mittlerweile 25 Farm Aid Konzerten ist für Mellencamp der Auftritt, der ihn am meisten bewegte, immer noch als Elton John in 1990 in Mellencamps Heimat-Staat Indiana “Candle In The Wind” sang und diesen Song dem jungen Aids-Patienten Ryan White widmete. “Am Tag zuvor hatte ich auf Elton’s Bitte Ryan White im Krankenhaus besucht” sagte Mellencamp. “Ich war ziemlich mitgenommen.”

Am Morgen hatte Mellencamp bei der Pressekonferenz auf dem Baseballplatz neben Miller’s Park nicht zum ersten Mal angeregt, dass Willie Nelson für seine nimmermüde Arbeit für die amerikanischen Farmer eigentlich für den Nobel-Preis nominiert werden sollte. Schließlich ist Farm Aid das am längsten währende Benefizkonzert aller Zeiten. Willie, der neben Mellencamp stand, meinte, “Wie wär’s mit dem ‘No Bull’ Preis?”

admin

Posts

One response to Farm Aid 2010 (Milwaukee)

  1. What’s up to all, the YouTube video that Farm Aid 2010 (Milwaukee) – Willie Nelson is posted at here has really pleasant quality beside with good audio quality
    onlinesale http://bestfoottattoos.com/onlinesale/

Leave a Reply

Text formatting is available via select HTML. <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*